Wie nähe ich eigentlich „faule Bündchen“?

Faule Bündchen sind superschnell genäht!

Du fragst dich vielleicht. was das sein soll. Ein faules Bündchen…? Normalerweise setzt du ja aus einem Stück Stoff ein Bündchen an. Bei der faulen Variante wird der Ärmel oder der untere Saum einfach verlängert und aus der Verlängerung das „Bündchen“ genäht. Und das geht blitzschnell – du wirst es lieben! Außerdem sitzt es IMMER Naht auf Naht und sieht perfekt genäht aus. Es klingt komplizierter als es ist.

Diese Methode funktioniert mit Ärmeln ebenso wie mit der unteren Saumkante eines Shirts und allen anderen Säumen. Ich spreche aber im Folgenden vom Ärmel, weil das einfacher ist.

Faule Bündchen statt einfachem Saum

Wichtig ist für diese Rechnung, dass die Basis ein Schnittmuster ist, dass sonst einen Saum vorsieht. Ich habe hier das Shirt Adam von Mein Lausbub verwendet.

Faule Bündchen statt richtiger Bündchen

Wenn dein Schnitt eigentlich ein Bündchen vorsieht, musst du den Ärmel erst um die Breite dieses geplanten Bündchens verlängern. Wenn das fertige Bündchen deines Shirts also 4 cm breit ist, verlängere die untere Kante deines Ärmels erst um diese 4 cm und folge dann weiter dieser Anleitung.

Saumzugabe ausrechnen = 3 cm + Wunschbreite

Bevor du zuschneiden kannst, musst du die Zugabe ausrechnen. Diese variiert je nach Wunschbreite deines fertigen Bündchens. Die Zugabe errechnet sich durch die vierfache Nahtzugabe plus die einfache Wunschbreite deines faulen Bündchens. (Du kannst das Bündchen so schmal oder breit machen, wie du möchtest.)

Die vierfache füßchenbreite Nahtzugabe wären streng genommen 2,8 cm, wir vereinfachen aber auf 3 cm, die zwei Millimeter fallen nicht ins Gewicht.

Du rechnest also deine Zugabe so:
3 cm + Wunschbreite des faulen Bündchens

Möchtest du, dass dein faules Bündchen 4 cm breit ist, dann gibst du also 7 cm zu. Wünschst du dir ein 2 cm breites Bündchen, ist deine Zugabe 5 cm breit. Ich wollte eines, das 3 cm breit ist und habe daher 6 cm zugegeben.

Schneide die Zugabe gerade an den Seiten und nicht schräg zulaufend, wie die Ärmelseitennaht.

Zugabe plus Wunschbreite umschagen

Dein Ärmel liegt auf rechts vor dir. Schlage die errechnete Saumzugabe plus noch einmal die Wunschbreite nach außen hin um.

Beispiel: Wenn also deine Wunschbreite 4 cm ist, dann ist deine Zugabe 7 cm (3 cm + 4cm) und der Umschlag ist 11 cm (7 cm Zugabe + Wunschbreite).

In meinem Beispiel sind das die 6 cm Zuschlag, plus weitere 3 cm Wunschbreite.

Zugabe zur Hälfte wieder zurückschlagen

Schlage die Zugabe jetzt zur Hälfte wieder zurück zur unteren Kante und stecke die unteren Kanten aufeinander. Hier liegt dein Stoff jetzt dreilagig.

Nähe die untere Kante ab.

Nähe jetzt entweder mit deiner Ovi einmal unten entlang oder wahlweise mit deiner Nähma füßchenbreit einmal drumherum.

Umklappen und freuen

Und das war´s auch schon. Wenn du jetzt das Bündchen zurückklappst, kannst du dich über diesen sauberen Nahtübergang freuen, der einfach immer gelingt mit dieser Variante.

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